Ab den Herbstferien 2019 soll an verschiedenen Orten der erste Testlauf für das neue Spiel Zukunft macht Schule stattfinden. Damit wollen wir auf spielerische Weise kleine und große Veränderungen in der Bildungswelt in Gang bringen. Verteilt über ein Schuljahr finden sechs Treffen statt, an denen ihr euch in einer Gruppe von Lehrer*innen an Veränderungen in eurer Schul-Welt heranwagt.

Der 2017 von der Kultusministerkonferenz beschlossene Aktionsplan Bildung für nachhaltige Entwicklung fordert: „Um die Agenda 2030 zu verwirklichen, müssen wir umfassende und tiefgreifende gesellschaftliche Transformationen anstoßen und umsetzen. Bildung spielt in diesem Prozess eine Schlüsselrolle.“

Sei dabei! Gemeinsam verändern wir spielerisch die (Schul-)Welt.

Wer wir sind

Wir sind Lehrerinnen, die sich einen umfassenden Transformationsprozess im Bildungssystem wünschen und daran glauben, dass jede und jeder etwas dazu beitragen kann. Deshalb haben wir in Anlehnung an das Spiel „Enkeltauglich leben“ (www.enkeltauglich-leben.org) eine Spielversion für alle diejenigen entwickelt, die im Bildungsbereich arbeiten und selbst Teil eines Wandels werden wollen. Wir sind überparteilich, offen für verschiedene Weltbilder, solange sie nicht exklusiv sind, und sehen uns als Interessensgemeinschaft im Bezug auf unsere Grundüberzeugung (s.u.) und die Idee, den nötigen Wandel spielerisch zu gestalten.

Unsere Grundüberzeugung

Die Zeit, in der wir heute leben, stellt uns als Menschheit vor immense Herausforderungen. Es ist klar, dass, wenn wir so weiterleben wie bisher, die Ressourcen unseres Planeten bald verbraucht sein werden und die Klimaerwärmung womöglich unwiderruflich zur Zerstörung unseres Lebensraums führt.

Gleichzeitig sind Werte, die wir als Menschheit seit der Aufklärung entwickelt haben — wie Menschenwürde, Gleichheit und demokratische Teilhabe — durch das Erstarken des Nationalismus einer ernstzunehmenden Bedrohung ausgesetzt.

Wir sind davon überzeugt, dass ein zukunftsfähiger Umgang mit unserer Erde und der Erhalt bzw. Ausbau von Demokratie und Menschenwürde nur möglich sind, wenn wir uns auf den Weg zu einem tiefgreifenden Wandel unserer Gesellschaft machen. Es reicht nicht mehr, in den gegebenen Strukturen von Konkurrenz und Wettbewerb zu handeln, da genau diese Strukturen zu den Krisen von heute geführt haben.

Im Manifest der Educators for Future (www.educators4future.org) heißt es: „Es geht um einen grundlegenden Wandel, einen Paradigmenwechsel, um zu fördern, was die Gesellschaft für die große Transformation braucht: mutige Weltbürger mit Gemeinsinn, die es gewohnt sind, lösungsorientiert kreativ zu denken und Verantwortung zu übernehmen: für sich selbst, für ihre Mitmenschen, für unseren Planeten. Wenn wir auf dieser Erde überleben wollen, müssen wir lernen, zusammenzuleben – miteinander, verbunden und verbindend, achtsam und in Fürsorge. In einer Welt, die immer weniger plan- und vorhersehbar ist, bedeutet zukunftsfähige Bildung mehr denn je, Raum für das Ungewisse zu lassen und damit jungen Menschen Erfahrungen des Vertrauens in ihre Gestaltungskraft zu ermöglichen.“

Als Begleiter*innen von jungen Menschen in Bildungseinrichtungen ist es unsere Vision, die Orte, an denen wir arbeiten, zu Orten zu transformieren, an denen Bildung für die Zukunft stattfinden kann.

Als zentrale Themenfelder sehen wir beispielsweise:
– Kooperation
– Achtsamkeit und Augenhöhe
– Potentialentfaltung und Selbstwerdung
– Kreativität
– Eigenverantwortlichkeit

Um unsere Bildungsinstitutionen zu einem Lern- und Lebensort für diese tiefgreifende gesellschaftliche Transformation werden zu lassen, braucht es unserer Meinung nach drei Ebenen:
– Wir selbst dürfen uns transformieren, können anerzogene Denkmuster überwinden und den Mut haben, die Welt mit neuen Augen zu sehen.
– Wir können beginnen, die Umgebung, in der wir wirken, innerhalb des gesetzten Rahmens neu und anders zu gestalten.
– Wir können uns vernetzen und unsere politische Stimme erheben, um veraltete und starre Strukturen im Bildungswesen durch zukunftstauglichere zu ersetzen.

Das Spiel Zukunft macht Schule ist eine Möglichkeit, sich gemeinsam spielerisch auf diesen Weg zu machen!

Die Spielidee

“Der erste Freiraum ist immer in uns selbst: Finde deinen eigenen Weg, wie du zur Gestalterin von Freiräumen, in denen Zukunft entstehen kann, werden willst und kannst.”

Das Spiel Zukunft macht Schule versteht sich als kleines Werkzeug für den großen gesellschaftlichen Wandel. Unsere Überzeugung ist, dass Wandel da entstehen kann, wo er anfängt, uns Freude zu bereiten. Zukunft macht Schule will auf spielerische Weise (und ohne erhobenen Zeigefinger oder einen verbissenen Kampf) kleine und große Veränderungen in der Bildungswelt in Gang bringen.

Das Format eines Spiels bringt auf der einen Seite Leichtigkeit und Gelassenheit mit sich, auf der anderen Seite ermöglicht es den Teilnehmer*innen Austausch, Vernetzung, Unterstützung und dadurch hoffentlich den Mut, selbst zur*zum Gestalter*in einer zukunftstauglichen Bildung zu werden.

Zukunft macht Schule setzt einen Rahmen, in dem du auf spielerische Weise ins Tun kommen kannst, und damit aber ganz real in dieser Welt zum Wandel beitragen kannst. Umso mehr Menschen in der Bildungswelt einfach anfangen, neu zu denken und kreativ zu handeln, desto nachhaltiger wird sich unser Bildungssystem von innen heraus transformieren.

Ziel des Spiels

Das oberste Ziel des Spiels ist es, Wandlungsprozesse auf eine spielerische Art in Gang zu bringen. So können wir aus Gefühlen der Resignation aussteigen und zu Gestalter*innen werden.

Ein wesentliches Ziel des Spiels ist es auch, Motivation, Austausch und Unterstützung für erste Schritte in einen Wandlungsprozess zu ermöglichen. Dabei sollen die Kapazitäten, Fähigkeiten und Bedürfnisse der einzelnen Spieler*innen Berücksichtigung finden. Jede Spielerin und jeder Spieler bringen ihre Ideen und Fähigkeiten ein, um das gemeinsame Ziel zu erreichen. Die Spieler*innen können sich jederzeit gegenseitig unterstützen.
In sechs Treffen mit fünf Themenblöcken schließt ihr Wetten ab, was ihr im nächsten Zeitraum in eurer Schul-Welt verändern oder ausprobieren werdet. Die Moderation der Treffen wechselt unter den Teilnehmenden oder wird von einer*einem Moderator*in übernommen.

Das Scheitern ist möglich, und manchmal sogar lehrreicher als ein Erfolg.

Testlauf

Wir möchten noch in diesem Schuljahr den ersten Testlauf für das Spiel an verschiedenen Orten in Deutschland starten.

Dazu suchen wir Lehrer*innen aller Schularten, die sich an einem Ort zu Gruppen von ca. 5-7 Personen zusammenfinden (aktuell geplant: Freiburg, Stuttgart, evtl. Düsseldorf) und ab den Herbstferien 2019 bis zum nächsten Sommer das Spiel in sechs Treffen miteinander durchführen.

Hast du Interesse?
Dann schreibe eine Email an:
zukunftmachtschule@posteo.de


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